Deutschland prüft den GlüStV 2021 vor der Frist 2026
Xander Frank · Jul 31, 2026

Deutschland prüft den GlüStV 2021 vor der Frist 2026

Die sechzehn Bundesländer haben gemeinsam mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder eine formale Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 eingeleitet, der seit Juli 2021 gilt und bis zum 31. Dezember 2026 überarbeitet werden soll. Experten beobachten dabei, dass strenge Vorgaben wie die Einsatzgrenze von einem Euro bei Automatenspielen, eine Verzögerung von fünf Sekunden zwischen den Spielen und eine monatliche Einzahlungsobergrenze von tausend Euro die Attraktivität des regulierten Marktes beeinträchtigen.
Hintergründe der Evaluierung
Der Vertrag trat im Sommer 2021 in Kraft und sollte einen einheitlichen Rahmen für Online-Glücksspiele schaffen, während gleichzeitig der Spielerschutz gestärkt werden sollte. Beobachter berichten, dass die Umsetzung in den Folgejahren zu einer Verschiebung von Wettaktivitäten führte, sodass viele Nutzer auf nicht lizenzierte Angebote auswichen. Die Prüfung, die im Vorfeld der Dezember 2026 Frist stattfindet, bezieht Daten der Aufsichtsbehörde ein und bezieht Vertreter der Industrie sowie der Länder ein.
Auswirkungen strenger Limits auf den Markt
Daten der Aufsichtsbehörde zeigen eine Kanalisierungsquote von etwa siebenundsiebzig Prozent, was bedeutet, dass fast ein Viertel aller Online-Wetten über illegale oder Offshore-Plattformen abgewickelt wird. Forscher haben festgestellt, dass die Kombination aus Einsatzbeschränkungen, zeitlichen Verzögerungen und Einzahlungscaps die Wettbewerbsfähigkeit der legalen Anbieter mindert, während die Nachfrage nach Glücksspielen unverändert bleibt. Die sechzehn Bundesländer diskutieren daher Anpassungen an diesen Parametern, um den legalen Markt zu stärken und gleichzeitig den Schutz der Spieler aufrechtzuerhalten.
Beteiligte Akteure und laufende Gespräche
Die GGL koordiniert die Gespräche mit Vertretern der Bundesländer und Branchenakteuren, wobei Themen wie die Höhe der Einsatzlimits, die fünfsekündige Verzögerung und die monatliche Einzahlungsgrenze auf dem Tisch liegen. Steuern, die derzeit auf Basis des Einsatzes mit fünf Komma drei Prozent erhoben werden, stehen ebenfalls zur Debatte, da eine Anpassung der Abgabenstruktur die Rentabilität regulierter Anbieter beeinflussen könnte. Beobachter notieren, dass die Teilnehmer an der Evaluierung sowohl die Durchsetzung bestehender Regeln als auch mögliche Lockerungen prüfen, um die Kanalisierung zu verbessern.

Steuern, Durchsetzung und mögliche Änderungen
Die aktuelle steuerliche Belastung von fünf Komma drei Prozent auf den Einsatz wird von Teilnehmern der Gespräche als ein Faktor betrachtet, der die Margen der legalen Anbieter belastet und gleichzeitig die Attraktivität alternativer Plattformen erhöht. Experten haben beobachtet, dass eine stärkere Durchsetzung gegen illegale Angebote in Kombination mit angepassten Limits die Kanalisierungsquote erhöhen könnte, ohne den Spielerschutz zu vernachlässigen. Die Evaluierung, die im Juli 2026 bereits weit fortgeschritten sein soll, zielt darauf ab, bis Ende des Jahres konkrete Vorschläge für den neuen Vertrag vorzulegen.
Fazit
Die formale Überprüfung des GlüStV 2021 durch die Bundesländer und die GGL liefert aktuelle Erkenntnisse über die Wirkung der bestehenden Regelungen auf die Kanalisierungsquote von siebenundsiebzig Prozent. Diskussionen über Limits, Steuern und Durchsetzungsmaßnahmen laufen parallel und beziehen alle relevanten Stakeholder ein, sodass bis zur Frist im Dezember 2026 ein überarbeiteter Rahmen entstehen kann. Daten der Aufsichtsbehörde liefern die Grundlage für diese Bewertung und zeigen, wie Anpassungen die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes beeinflussen könnten.